Um 15 Uhr gibt Prof. Dr. Klaus Pietschmann, Musikwissenschaftler an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, im Forum des Landesmuseums eine Einführung zum Konzert.
Konzertbeginn ist um 16 Uhr
Erste Mainzer Wiederaufführung des Oratoriums
Anlass ist der 400. Todestag des Mainzer Erzbischofs und Kurfürsten Johann Schweikhard von Cronberg (1553-1626)
Theresa Klose, Sopran
Fabian Kelly, Tenor
Matthias Lutze, Bass
Ensemble Plectrum musicum
Vokalensemble ENONA
Leitung: Johannes Herres, Spezialist für Alte Musik
Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten!
Erstmals seit Jahrhunderten wird die Repraesentatio harmonica conceptionis et nativitatis S. Joannis Bapistae wieder vollständig in Mainz aufgeführt. Geplant haben das Vorhaben Professor Dr. Klaus Pietschmann und Johannes Herres, der auch die künstlerische Leitung übernimmt. Das Konzert knüpft an die vielbeachtete Aufführung „Weihnachten am Mainzer Hof“ des Ensemble Vocale Mainz vor gut zwei Jahren an und wird durch die Dr. Uwe Baur und Jutta Truber-Baur Musikstiftung ermöglicht.
Das Werk des Mainzer Hofkomponisten Daniel Bollius (um 1585–1638), eine „musikalische Darstellung der Empfängnis und Geburt des Hl. Johannes des Täufers“, markiert ein musikhistorisches Ereignis: In der Verwendung des italienischen, monodischen Stils zählt das Oratorium zu den frühesten seiner Art nördlich der Alpen. Bollius wirkte seit etwa 1620 am Hof Johann Schweikhards von Cronberg und schrieb das Werk für seinen Dienstherrn als Geburtstagskomposition – etwa zur selben Zeit wie Heinrich Schütz seine Dresdner Historien, die als früheste Oratorien außerhalb Italiens gelten.
Für die Wiederaufführung konnten renommierte Solistinnen und Solisten der Alte-Musik-Szene gewonnen werden. Die Chöre übernimmt das Mainzer Vokalensemble ENONA. Begleitet werden sie vom Instrumentalensemble Plectrum musicum, das auf historischen Instrumenten musiziert. Die spezialisierten Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland widmen sich insbesondere der Wiederentdeckung und Aufführung der Werke Mainzer Hofkomponisten. Bereits am Freitag vor dem Mainzer Konzert sollen ausgewählte Ausschnitte im Rahmen einer Veranstaltung der Stadt Aschaffenburg präsentiert werden. Damit wird die historische Verbindung zwischen Mainz und Aschaffenburg, die zu Zeiten des Kurfürsten eng war und bis heute im von Schweikhard von Cronberg erbauten Schloss Johannisburg sichtbar ist, auch musikalisch aufgegriffen. Mit der geplanten Wiederaufführung rückt nicht nur ein nahezu vergessenes Pionierwerk des musikalischen Frühbarocks in den Fokus, sondern auch die reiche Musikgeschichte der Stadt Mainz.