Mit „Die Zang(k)gasse – Multikulti im Mainzer Bleichenviertel“, einem Mainzer Dokumentarfilm, rückt für einen Abend ein Stück Bleichenviertel an den Karoline-Stern-Platz.
Die Langzeitbeobachtung, begonnen 2017, porträtiert eine kleine Straße im Bleichenviertel, die wie ein Mikrokosmos urbanen Lebens wirkt: marokkanische Läden, portugiesische Kneipen, türkische Friseure, ein kroatisches Tattoo-Studio, ein Spieleladen, eine Kunstgalerie und mehrere Künstlerateliers prägen das Bild. Und dann gibt es noch die Dorett Bar – eine ehemalige Rotlichtkneipe, die heute als Musikkneipe bis in die frühen Morgenstunden geöffnet hat. Doch wo gefeiert wird, bleiben Konflikte nicht aus: Ein Anwohner kämpft gegen den nächtlichen Lärm und sucht Unterstützung bei Behörden und Nachbarn.
Der Film beobachtet das Geschehen ohne Kommentar, lässt die Menschen und ihre Geschichten für sich sprechen und zeichnet so ein authentisches, vielschichtiges Porträt der Straße. Er erzählt von der aktuellen Auseinandersetzung ebenso wie von der bewegten Geschichte der Zanggasse – von den Versuchen der Hells Angels, sich dort festzusetzen, über den Wandel des Viertels und die alternative Kulturszene bis hin zur Corona-Zeit.
„Die Zang(k)gasse – Multikulti im Mainzer Bleichenviertel“ ist ein eindrucksvolles Stück Stadtbeobachtung – laut, lebendig und echt.
Regisseur Martin Höcker wird für ein Nachgespräch vor Ort sein. Der Film wird auf Spendenbasis gezeigt. Übrigens: Ins krumm & schepp passt der Film, weil auch Lebensmittelrettung darin vorkommt.
Dauer: 1:42 h
Martin Höcker ist Videojournalist, Autor und Redakteur. Seit dem Jahr 2000 arbeitet er für zahlreiche private und öffentlich-rechtliche Fernsehsender. Seine Leidenschaft gilt von Beginn an dem Dokumentarfilm: Mit großer Nähe zu seinen Protagonistinnen und Protagonisten begleitet er außergewöhnliche Persönlichkeiten ein Stück ihres Lebenswegs – unaufdringlich, aber eindringlich. So entstehen Reportagen und Dokumentationen von besonderer Authentizität und emotionaler Tiefe.